27. Oktober 2020

Westerwald-Lahn-Dill kommt beim Corona-Update gut weg

Aktuelle Situation im Tourismus / Umfrage bei Städten und Gemeinden

Lahn-Dill-Kreis Fahrrad Blog

Anfang Oktober 2020 befragte der Lahn-Dill-Kreis seine Städte und Gemeinden nach deren Einschätzungen im Bereich Tourismus während der Pandemie. Nachfolgende Aussagen beruhen auf Expertenmeinungen und den Beobachtungen in den Kommunen allgemein. Vereinzelt flossen Zahlen des Statistischen Landesamtes ein bzw. aus dem Corona-Kompass des dwif (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e. V.) in München.

Beherbergungsbetriebe im Lahn-Dill-Kreis

Die Beherbergungsbetriebe im Lahn-Dill-Kreis kämpfen nach wie vor mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie. In Wetzlar wurden im Vergleich zum Vorjahr 47,2 Prozent weniger Zimmer gebucht. Den stärksten Einbruch erlebte Wetzlar im April 2020 mit 89,1 Prozent weniger Übernachtungen. Braunfels verzeichnet einen Rückgang der Ankünfte von -58,6% und einen Rückgang der Übernachtungen von -29,7%. Bei den Zahlen ist zu beachten, dass die Neurologische Klinik als Reha-Klinik in die Berechnung einfließt. Ab Juli 2020 zog die Nachfrage merklich an und erreichte fast wieder Vorjahresniveau.

Deutschlandweit leiden Gruppenunterkünfte wie Jugendherbergen oder Erholungs-, Ferien- und Schulungsheime am stärksten unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Rückgänge im Juli 2020 beliefen sich bei deutlich reduzierten Kapazitäten noch auf rund 50 bis 60 Prozent. Hiervon sind u. a. die Bildungsstätte der Sportjugend Hessen in Wetzlar als auch die Jugendherbergen in Tringenstein und Heisterberg betroffen. Driedorf punktet mit Campingplätzen. Die Anfrage nach Stellplätzen für Zelte und Wohnwagen hat durch Corona enorm zugenommen. Aufgrund der Abstandsregeln konnte nur die Hälfte der Stellplätze an Krombachtalsperre und Heisterberger Weiher belegt werden, obwohl gerne doppelt so viele Besucher ihr Zelt oder Wohnwagen dort aufgestellt hätten.

Im Landesvergleich schneidet unsere Region dennoch gut ab: Die Sächsische Schweiz (+14,3 Prozent) und die Region Mosel-Saar (+10,1 Prozent) waren im Juli 2020 mit Abstand die Regionen mit den größten relativen Übernachtungszuwächsen in Deutschland. Aber auch einige Regionen in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg waren endlich wieder im Plus bzw. konnten das Vorjahresniveau halten. Das bedeutet aber auch, dass 131 Regionen weiterhin z. T. deutlich im Minus lagen. In 25 von ihnen war der Übernachtungsrückgang mit weniger als 10 Prozent noch moderat. Harz und Harzvorland in Sachsen-Anhalt (-1,1 Prozent) und Westerwald-Lahn-Taunus in Hessen (-1,6 Prozent) reichten sogar fast wieder an das Vorjahresniveau heran. (Quelle: dwif, Juli 2020).

Deutschland entdeckt sich selbst

Ganz oft waren am Ende des Sommers Aussagen von Touristen von der Nordsee oder aus Köln zu hören, wie schön unsere Region doch sei. Sie beneiden die ländliche Idylle und beglückwünschen uns zu viel Platz und Ruhe. Die Tourist-Informationen stellten sich schnell auf die neue und starke Nachfrage ein: Themenführungen, Stadtradeln, geführte E-Bike-Probetouren, Tierpark, Wildgehege – eben alle Outdoor-Angebote zählten zu den absoluten Gewinnern.

Strenge Sicherheitskonzepte machten aber auch Indoor-Angebote möglich: In der Breitscheider Höhle waren sämtliche Führungen und Sonderaktionen wie die Reise in den Zauberberg, oftmals 2 Wochen im Voraus bereits ausverkauft. Qualität und Fleiß zahlte sich aus: Bei sehr großer, teils größerer Nachfrage als 2019, hatten Anbieter mit einer aktuellen und Webseite die Nase vorn. Noch besser: Das Angebot ist online buchbar. Schloss Braunfels dürfte diese fehlende Option erstmals schmerzlich bewusst geworden sein.

Wie alle anderen Kommunen blickt Herborn bereits ins nächste Jahr. Dort hofft man, die beliebten Märkte, das Sommerfest, diverse Konzerte wie „Rock im Stadtpark“ wenigstens in „abgespeckter“ Form anbieten zu können. Bleibt zu hoffen, dass die derzeit noch möglichen kulturellen Veranstaltungen in der KulturScheune und das Neujahrskonzert trotz steigender Infektionszahlen stattfinden dürfen.

Published On: 27.10.2020|Categories: Pressemitteilung|

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