5. Oktober 2020

Spieler und Zuschauer schützen – auf Hallenfußballturniere verzichten

Lahn-Dill-Kreis Corona - Blog Kreisfussballwarte

Kreisfußballwarte, Sportkreis und Landkreis sind sich einig

In den kommenden Monaten werden – entgegen des gewohnten jährlichen Turnus – keine Hallenturniere für Fußballvereine im Lahn-Dill-Kreis stattfinden. Darauf haben sich der Lahn-Dill-Kreis, der Sportkreis Lahn-Dill und die Kreisfußballwarte in dieser Woche geeinigt. „Unsere Fußballvereine haben nicht die Kapazitäten und Mittel, um die Corona-Landesauflagen zu erfüllen. Turnierveranstaltungen sind nicht mehr nachverfolgbar für sie. Aus diesem Grund möchten wir in diesem Winter auf die Hallen verzichten“, betont Martin Seidel, Kreisfußballwart Dillenburg. Zudem verfügen nahezu alle Hallen im Lahn-Dill-Kreis über Umluftlüftungsanlagen. Der nötige Luftaustausch, um dem Corona-Virus in den Aerosolen entgegen zu wirken, ist vielerorts demnach allein aus diesem Gesichtspunkt nicht zu gewährleisten.

Um sich ein genaues Bild der Lage der Fußballvereine im Landkreis zu machen, hat Landrat Wolfgang Schuster nun Martin Seidel, zusammen mit seinem Pendant für den südlichen Lahn-Dill-Kreis, Alexander Neul, sowie den Vorsitzenden des Sportkreises Lahn-Dill, Ralf Koch, eingeladen. Als Fußballwarte sind Seidel und Neul u. a. für die Genehmigung von Turnieren zuständig. „Ich bin froh, dass wir im Landkreis zwei Fußballwarte haben, die ihre Aufgabe sehr ernst nehmen. Der Schutz der Spieler und der Zuschauer muss auch bei all unseren kleinen Fußballvereinen im Vordergrund stehen. Hinzu kommt, dass am Ende des Tages jeder Verein selbst für sein Handeln verantwortlich ist und auch haftbar gemacht werden kann“, erläutert Schuster. Aus seiner Sicht könne man nie genug zu dieser Thematik sensibilisieren. Denn wolle man den Spielbetrieb fortführen, sei es unabdingbar, dass jeder einzelne seinen Beitrag leiste – die Vereine, die Warte, der Landkreis.

Allgemein „ordentliche Umsetzung auf den Plätzen im Kreis“

Alexander Neul berichtete über die rund 60 Vereine im südlichen Kreisgebiet, dass die Umsetzung der Hygienekonzepte im Allgemeinen ordentlich umgesetzt werde. Genau wie sein Kollege Seidel ist auch Neul vermehrt bei den Fußballvereinen im Landkreis unterwegs und schaut sich die Lage direkt vor Ort an. Der Kontakt zu den Vereinen sei gut. „Unsere Aufgabe ist es, zu sensibilisieren und bei Problemen mit auf Lösungssuche zu gehen“, erklärt Neul. Als Grundlage diene den beiden Fußballwarten das Hygienekonzept des Landessportverbandes. „Dieses muss auf jeden Verein und dessen örtliche Gegebenheiten individuell angepasst werden“, fährt Neul fort. Das habe in der Vergangenheit auch gut funktioniert. Die Fußballwarte haben zudem weitere administrative Aufgaben zu erledigen, die durch die Pandemie hinzugekommen sind. So müssen beispielsweise Spielzeiten auseinandergelegt werden, um zu gewährleisten, dass die Duschen und Umkleiden zwischen den Spielen ordentlich gereinigt und desinfiziert werden können.

Finanzielle Unterstützung der Fußballvereine

Auch die Frage nach finanzieller Unterstützung der Fußballvereine stand beim Treffen der Fußballwarte, den Sportkreises und dem Landrat im Raum. „In diesem Jahr werden die Vereine noch über die Runden kommen. Was aber, wenn das kommende Jahr weiterhin so eingeschränkt bleibt?“, fragt der Vorsitzende des Sportkreises Lahn-Dill, Ralf Koch. In diesem Fall regt er an, sich gemeinsam mit dem Präsidenten des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) für einen Hilfsfonds für kleinere in Insolvenz geratende Vereine einzusetzen. „Wir werden die Lage immer wieder neu bewerten müssen. Der Landkreis lässt aber keinen Fußballverein hängen. Soviel kann ich versprechen“, antwortet Wolfgang Schuster. Im Januar 2021 wird sich die Runde erneut treffen, um darüber zu sprechen, wie es den Fußballvereinen bis dahin ergangen ist und wie weitere Planungen für das neue Jahr aussehen können.

Der Landkreis wird zudem zeitnah mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Städte und Gemeinden des Lahn-Dill-Kreises geeignete Hilfsmaßnahmen für alle Vereine – auch außerhalb des Sports – besprechen.

Published On: 05.10.2020|Categories: Pressemitteilung|

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