11. Juni 2021

Jugendliche zwischen Sorgen und Solidarität

Studien bestätigen sich auch im Lahn-Dill-Kreis

Zwei aktuelle Studien zur Lage und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie, beziehungsweise zur Wichtigkeit der Jugendarbeit an sich, konnten auch in einer Erhebung des Lahn-Dill-Kreises bestätigt werden. In einer Umfrage wurden dazu verschiedene Akteure der außerschulischen Bildung im Kreisgebiet befragt.

Die „Jugend & Corona“-Studie der Goethe Universität Frankfurt und der Universität Hildesheim, die sich explizit mit den Auswirkungen der Pandemie auf das Leben von Kindern und Jugendlichen beschäftigt, zeigte, dass viele Kinder und Jugendliche Sorge davor haben, dass sich die Pandemie negativ auf ihre Biografien und ihre berufliche Zukunft auswirken. 65 % der Befragten gaben außerdem an, sich von der Politik nicht ausreichend wahrgenommen und gehört zu fühlen.

Die Studie „Wozu Jugendarbeit“ der Frankfurt University of Applied Sciences zeigte auf, dass neben der Unterstützung beim schulischen Lernen das Bewältigen von Entwicklungsaufgaben und die Persönlichkeitsentwicklung für junge Menschen eine mindestens ebenso wichtige Aufgabe darstellt, der im Lockdown auf massive Art und Weise nicht nachgekommen werden konnte. Die hierfür befragten Jugendlichen gaben an, sich in der offenen Jugendarbeit ernstgenommen und gehört zu fühlen.

Eine Umfrage in der Jugendarbeit konnte diese Ergebnisse auch für den Lahn-Dill-Kreis bekräftigen. Die befragten Pädagoginnen und Pädagogen konnten die Sorge um die persönliche und berufliche Entwicklung bei Jugendlichen bestätigen. Sie gaben an, dass die außerschulische Jugendarbeit demokratische Aushandlungsprozesse und ein solidarisches Miteinander fördert – Entwicklungsprozesse, die während der Pandemie zu kurz kamen. Durch die Pandemie sind vielfältige Probleme entstanden oder verschärft worden, bei denen die Kinder und Jugendlichen auf professionelle Unterstützung angewiesen sind. Die Pädagoginnen und Pädagogen konnten jedoch auch positive Entwicklungen feststellen. So seien einige Kinder und Jugendliche solidarischer geworden, haben bessere Medienkompetenzen und Selbstorganisationsmechanismen entwickelt. Außerdem war der Kontakt zu den Kindern, wenn dieser aufrechterhalten werden konnte, intensiver, da die Online- und Einzelstruktur individuellere Betreuung förderte. Die Befragten gaben an, auch in Zukunft an diese positiven Entwicklungen anknüpfen zu wollen.

Die Jugendarbeit dient als zentrales pädagogisches Instrument, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und Defizite aufzufangen. Sie bietet Raum und Rahmen, in dem Kinder und Jugendliche mit ihren Bedürfnissen und Sorgen wahrgenommen werden. Gleichzeitig dient das Netzwerk der Jugendarbeit als Sprachrohr, damit diese Bedürfnisse, zum Beispiel durch den stetigen Austausch mit dem Fachdienst Kinder- und Jugendförderung des Lahn-Dill-Kreises auch in der Kommunalpolitik Gehör finden. Mit Studienergebnisse, die die Entwicklung und die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen in den Blick nehmen, können zukünftige, gesellschaftliche Trends und Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. „Es ist wichtig, dass wir die Entwicklung von Kindern- und Jugendlichen, sowohl auf schulischer, als auch auf persönlicher Ebene nicht aus dem Blick verlieren. Auch nach Ende der Pandemie müssen Maßnahmen geschaffen und ausgebaut werden, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern“, betont Kreis-Sozialdezernent Stephan Aurand.

Published On: 11.06.2021|Categories: Pressemitteilung|

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