18. September 2020

Höherer Anstieg der Corona-Fallzahlen in Wetzlar als im übrigen Landkreis

Eskalationskonzept greift: Lahn-Dill-Kreis und Stadt stehen in engem Austausch

Wetzlar (ldk): Die Corona-Fallzahlen sind in den vergangenen Tagen in der Stadt Wetzlar stärker angestiegen, als im restlichen Kreisgebiet. Die Sieben-Tage-Inzidenz – der Wert der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche – liegt in Wetzlar mit Stand von heute, Freitag, 18. September 2020, bei 33,33. Das entspricht der zweiten Warnstufe des Eskalationskonzeptes des Landes – Warnstufe „gelb“. Gestern, Donnerstag, 17. September 2020, hatte Wetzlar mit einer Inzidenz von 35,16 die Grenze zur dritten Warnstufe – „orange“ – überschritten. Der Landkreis hatte daraufhin, wie im Konzept vorgesehen, das Sozialministerium informiert.

Zur effektiven Pandemiebekämpfung sieht das Eskalationskonzept für die Warnstufe „orange“ die Durchführung erweiterter Maßnahmen vor. Dazu steht der Landkreis nun in engem Austausch mit der Stadt Wetzlar sowie dem Ministerium. „Die Lage bleibt dynamisch. Auf die Bürgerinnen und Bürger wird sich der Eintritt Wetzlars in die gelbe bzw. orangefarbene Eskalationsstufe aktuell kaum merklich auswirken. Vielmehr geht es dabei um unsere Arbeit als Behörde. Erhöhte Aufmerksamkeit, erhöhte Meldepflicht gegenüber dem Land, Durchführung von Reihentestungen gehören beispielsweise dazu“, erklärt Landrat Wolfgang Schuster am Freitagvormittag. Dem Gesundheitsamt stehe außerdem personelle Verstärkung vom Land in Aussicht. „So sieht es das Konzept in Warnstufe 3 vor. Und wir sind auf dieses zusätzliche Personal angewiesen, um die hohe Zahl der Kontaktpersonen betreuen, mögliche Infektionsketten zu ermitteln und nachvollziehen zu können“, fährt Schuster fort.

Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – Befolgen der Regeln jetzt extrem wichtig

Ausgetauscht hat sich der Landrat noch am Donnerstagabend mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar, Manfred Wagner. „Stadt und Landkreis sind im engen und einvernehmlichen Kontakt und nehmen die Herausforderung gemeinsam an. Doch dazu brauchen wir die Unterstützung aller. Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen zeigt, dass sich einzelne ganz offensichtlich doch viel zu unbekümmert verhalten haben. Damit wir die in den letzten Wochen und Monaten erarbeitete Rückkehr zu ein wenig mehr an Normalität nicht gefährden, braucht es des verantwortungsvollen Handelns aller. Die Ordnungsbehörde der Stadt Wetzlar wird auch weiterhin die Einhaltung der Corona-Regeln ebenso sensibel wie auch konsequent umsetzen. Insbesondere, wenn es um Veranstaltungen oder ähnliche Anlässe geht. Wichtig ist, dass sich die Bürgerinnen und Bürger weiterhin verantwortungsvoll verhalten,“ unterstreicht Wagner. Um das aktuelle Infektionsgeschehen in Wetzlar zu bewältigen, müsse man alles dafür tun, den Anstieg der Fallzahlen jetzt zu stoppen. „Unser Gesundheitsamt ist bereits am Rotieren. Es ist eine unglaublich herausfordernde Aufgabe diese Masse an Kontaktpersonen zu ermitteln und zu betreuen“, ergänzt Kreis-Gesundheitsdezernent Stephan Aurand und weist darauf hin, dass der Kampf gegen das Corona-Virus andauert und noch nicht gewonnen sei. „Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmasken tragen – das ist gerade jetzt wichtiger denn je. Für uns alle,“ fährt er fort.

Im gesamten Lahn-Dill-Kreis beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell 9,77. Damit liegt der Landkreis zum jetzigen Zeitpunkt im „grünen“ Bereich des Konzeptes des Landes. Der rasche Anstieg der Fallzahlen in Wetzlar ist auf zwei private Feierlichkeiten eines Personenkreises zurückzuführen. 14 Erwachsene und sieben Kinder hatten sich mit dem Corona-Virus infiziert. Das dadurch entstandene Corona-Cluster stellt das Kreis-Gesundheitsamt aufgrund der hohen Anzahl involvierter Personen vor die umfangreichsten Ermittlungsarbeiten seit Beginn der Pandemie. Insgesamt konnten im aktuellen Fall bis zum heutigen Tage, Freitag, 18. September 2020, rund 300 Kontaktpersonen ermittelt werden. Die Grundschule Dalheim, die Theodor-Heuss-Schule Wetzlar und die August-Bebel-Schule Wetzlar sind betroffen; die Grundschule Dalheim und die Theodor-Heuss-Schule sind weiterhin geöffnet – wohingegen die August-Bebel-Schule zunächst bis einschließlich 22. September 2020 nach Rücksprache mit Schulamt und Landkreis von der Schulleitung geschlossen wurde.

Published On: 18.09.2020|Categories: Pressemitteilung|

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