2. Juni 2020

“Es geht um Sorge und Fürsorge. Wir müssen das Infektionsrisiko so gering wie möglich halten.”

Statement von Landrat Wolfgang Schuster zur Eröffnung von Autokinos im Lahn-Dill-Kreis

Lahn-Dill-Kreis Corona - Blog

„Seit einigen Wochen sind die Corona-Infektionszahlen im Lahn-Dill-Kreis erfreulich stabil. Die Kurve verläuft flach, von insgesamt 343 Infizierten gelten Stand heute 323 Menschen als genesen. Es gibt Gründe für diese gute Bilanz in unserem Landkreis – nämlich Sorge und Fürsorge!

An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern bedanken. Fast alle haben sich in allen Phasen des Lockdowns vorbildlich verhalten. Sie halten Abstands- und Hygieneregeln ein, sie tragen Masken, wenn es erforderlich ist, sie achten besonders auf Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Dieses von Fürsorge für andere geprägte umsichtige Vorgehen, kann ich nicht genug loben und bin sehr dankbar dafür.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite stehen wir als Kreisverwaltung. Auch wir tragen eine große Verantwortung, um die Ausbreitung des Virus weiterhin einzudämmen. Hier spielen insbesondere das Fachwissen und die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamtes die wesentliche Rolle. Dort werden Empfehlungen ausgesprochen, die wir gemeinsam besprechen, um am Ende zu einem guten Ergebnis zu kommen. Unser Gesundheitsamt leistet seit Ausbruch des Corona-Virus Ende Februar eine hervorragende Arbeit, die Kolleginnen und Kollegen waren wochenlang rund um die Uhr und am Wochenende im Einsatz, um Infektionsketten zu ermitteln, Menschen zu beraten und in kürzester Zeit für unterschiedlichste Bereiche Hygiene-Konzepte und Maßnahmenpläne zu erarbeiten. Zu welchem Zweck? Zum Schutze von uns allen!

Auch bei der Diskussion, die sich um die Eröffnung der Autokinos im Lahn-Dill-Kreis in den vergangenen Tagen entwickelt hat, geht es um nichts Geringeres, als den Schutz – also um Sorge und Fürsorge.

Und ich möchte an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich sagen: Alle Entscheidungen, die wir treffen, um unseren Konzepten eine Grundlage zu verschaffen, beruhen auf Fachwissen, Erfahrungswerten und Empfehlungen des RKI. Wenn wir, im Falle der Autokinos, beispielsweise einen Mindestabstand zwischen den Autos von zwei Metern festlegen, dann ist das eine wohlüberlegte Entscheidung. Dabei geht es immer auch um eine Abwägung zwischen den nachvollziehbaren Interessen von Einzelnen und dem nicht außer Acht zulassenden Schutz der Allgemeinheit.

Was kann toleriert werden? An welcher Stelle sehen wir eine Gefahr für die Gesundheit? Jedes Hygiene-Konzept verlangt uns ein selten einfaches Abwägen ab. In diesen Abwägungsprozessen ist es eben auch selten möglich, allen Wünschen gerecht zu werden.

Wir können nicht verlangen, dass die Besucher des Autokinos bei den aktuellen Temperaturen bei geschlossenen Fenstern in ihren Autos sitzen. Was wir aber tun können, um Infektionen mit dem Corona-Virus bestmöglich zu verhindern, ist, unter anderem einen ausreichenden Abstand zwischen den Fahrzeugen festzulegen. Damit bleibt sichergestellt, dass die Besucherinnen und Besucher während der Veranstaltung ihr Auto unter Einhaltung der Abstände zum Nachbarn, der mit geöffnetem Fenster in seinem Auto sitzt, verlassen können, um zum Beispiel zur Toilette zu gehen.

Die Veranstaltungen im Herborner Autokino sind vorbildlich organisiert und wurden durch unser Kreisgesundheitsamt genehmigt. Kontrollen durch unser Gesundheitsamt ergaben keinerlei Beanstandungen. Die Auflagen wurden erfüllt. So muss es sein. Natürlich sind wir gerne bereit ähnliche Veranstaltungen im Lahn-Dill-Kreis zu genehmigen – eben unter Beachtung der Hygiene-, Abstands- und Sicherheitsmaßnahmen.

Mir ist bewusst, dass die Lockerungen, die wir seit den vergangenen Wochen erleben, wichtig und richtig sind. Und natürlich ist es schön, dass es bei uns im Lahn-Dill-Kreis immer mehr Ideen und Angebote gibt, um das kulturelle Leben wieder zu beleben. Damit gehen wir einen weiteren gemeinsamen Schritt, zurück zur „neuen Normalität“. Aber diese „neue Normalität“ ist aufgrund des Fortbestehens des Risikos ein Weg mit Chancen und Risiken. Beides müssen und werden wir im Auge behalten. Denn nach wie vor dürfen wir nicht vergessen, dass die Pandemie noch da ist. Das Virus ist noch unter uns. Die gute Bilanz haben wir uns alle gemeinsam erarbeitet in den letzten Monaten. Genau deshalb ist es so wichtig, jetzt weiterzumachen. Ein erneuter Ausbruch des Virus in einer Umgebung mit vielen Menschen, kann unsere Zahlen von einem auf den anderen Tag wieder nach oben schnellen lassen und damit unser Gesundheitssystem auf eine harte Probe stellen. Wir sollten alles dafür tun, um das zu verhindern!“

Published On: 02.06.2020|Categories: Pressemitteilung|

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