1. April 2020

Corona-Schutzausrüstung für den Lahn-Dill-Kreis aus China

Landrat bittet Partnerregion um Hilfe / Hilfe kommt auch aus Wetzlar

“Wir unterstützen eure Bemühungen im Kampf gegen die Pandemie und schließen uns gerne mit euch als Partner und Freunde in Deutschland zusammen, um dieser Herausforderung gemeinsam zu begegnen.” Landrat Wolfgang Schuster zeigte sich erfreut über die Nachricht, die er aus China erhalten hat. Mit einem offiziellen Brief und einer dringlichen Bitte hatte er sich vergangene Woche an Herrn Hu Wuyue gewandt. Wuyue ist Parteisekretär der chinesischen Provinz Xuchang – der Partnerregion Mittelhessens und des Lahn-Dill-Kreises. Schuster und Wuyue kennen sich seit 2016. “Wenn es um die Bekämpfung einer internationalen Krise geht, müssen wir global denken, handeln und zusammenhalten”, betont der Landrat. “Hu hat sofort geantwortet und uns seine Hilfe zugesichert.”

Die Lieferung sei bereit in den Lahn-Dill-Kreis versendet zu werden. Aktuell prüfe man die Frachtbedingungen, hieß es in einer weiteren Mail der Partnerregion in China. Damit sind bald 10.000 Einweg-OP-Masken, 1.000 Ventil-Masken, 5.000 Paar Handschuhe sowie 300 Schutzanzüge auf dem Weg von China nach Deutschland.

Gerade Schutzausrüstung wird im Landkreis dringend benötigt. Lieferungen sind nur schwer zu erhalten. Schuster schrieb an seinen chinesischen Partner deshalb unter anderem: “Unsere Arztpraxen, Krankenhäuser, Pflegeheime und Rettungsdienste benötigen Hilfe. […] Können Sie uns mit Corona-Schutzausrüstung aushelfen?” Der Hilferuf zeigte Wirkung. Sobald die Lieferung den Landkreis erreicht, werden die Utensilien an Ärzte, Kliniken, Pflegeheime und Rettungsdienste verteilt.

Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Sicherlich sei die Spende aus China nicht die allumfassende Lösung für all die Institutionen des Landkreises, deren Bestände langsam zur Neige gingen, so Wolfgang Schuster. “Es ist ein Anfang. Wir sind froh über jede Maske und jeden Schutzanzug. Die Verteilung geht nach Dringlichkeit.” Parallel bemüht sich der Lahn-Dill-Kreis auch weiterhin um die Bestellung von Schutzausrüstung. Dabei übernimmt die Gefahrenabwehr des Landkreises die koordinative Rolle und entlastet damit das Kreis-Gesundheitsamt. Bestellungen laufen bei regionalen und vertrauenswürdigen Lieferanten, die Schutzausrüstung noch annähernd zum Normalpreis anbieten. Momentan gäbe es noch Lieferengpässe. Außerdem steht eine Lieferung von mehreren Zehntausend OP-Schutzmasken des Landes Hessen aus. “Die Masken werden morgen von uns in Marburg abgeholt”, Schuster zeigt sich optimistisch. “Wir bleiben dran. Die Kolleginnen und Kollegen haben alle Wege ausgelotet, um ausreichend Schutzbekleidung zu beschaffen.” Gute Nachrichten gibt es auch für den Nachschub an Handdesinfektionsmitteln: Ein Unternehmer und eine Apotheke aus dem Lahn-Dill-Kreis haben sich bereit erklärt, dieses selbst zu produzieren. Sie stellen dem Landkreis damit 4.000 Liter zur Verfügung. Die Gefahrenabwehr lagert und verteilt das Desinfektionsmittel in 2,5-Liter-Kanistern.

Zum Hintergrund: Wirtschaftliche Beziehung nach China

Die Region Mittelhessen sowie der Lahn-Dill-Kreis pflegen seit 2016 eine freundschaftliche und wirtschaftliche Beziehung zur chinesischen Provinz Xuchang. Regelmäßig kam es seitdem zu gegenseitigen Besuchen der jeweiligen Wirtschaftsdelegationen, zuletzt im April 2019. Nach einem ersten Erfahrungsaustausch 2016 unterzeichneten die Delegationen eine Absichtserklärung, die zu einem Ausbau der Beziehungen zwischen den beiden Regionen und dem Landkreis führen soll.

Organisiert hatte den Kontakt zwischen Xuchang und Mittelhessen die “Rudolf Scharping Strategie Beratung Kommunikation AG” (RSBK), die im Jahr 2003 von dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister und Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Rudolf Scharping, gegründet worden ist. Die RSBK bietet internationale Strategieberatungsleistungen an, die sich insbesondere auf Kooperationsprojekte zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen bzw. Institutionen konzentrieren. In der Funktion als Beraterin der Stadtregierung Xuchang unterstützt die RSBK lokale Behörden und Unternehmen bei Modernisierungsprojekten im Bereich Infrastruktur bzw. Industrie. Bereits im Oktober 2016 besuchte eine Delegation aus der chinesischen bezirksfreien Stadt Xuchang das Regionalmanagement Mittelhessen. Die siebenköpfige Delegation, die aus Vertretern von Politik, Verwaltung und Bildung bestand, interessierte sich für Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Kultur, Bildung und Wirtschaft. Der Besuch war ein erster Schritt, um sich über die Strukturen in Deutschland und speziell in Mittelhessen zu informieren sowie mögliche Kooperationsfelder zu eruieren.

Published On: 01.04.2020|Categories: Pressemitteilung|

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